Neue Argumentationsstrategien erlernen Sie nicht über Nacht. Bis neue Verhaltensmuster zur selbstverständlichen Gewohnheit werden, braucht es Zeit und Übung. Nur wenn Sie Ihr erworbenes Wissen im Alltag immer wieder anwenden, verbessern Sie Ihre Schwächen. Wie Sie erkennen, wo Sie Optimierungsbedarf haben und welche Tipps Ihnen im Alltag helfen, erfahren Sie im folgenden Beitrag. 

Analysieren Sie Ihre Stärken und den Optimierungsbedarf

 Bevor Sie das tägliche „Training“ in Angriff nehmen können, ist es wichtig, zunächst zu analysieren, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Erst danach können Sie gezielt an Ihren Schwachstellen arbeiten. Stellen Sie sich dafür selbstkritisch folgende Fragen:

Welche Situationen oder Themen erleben Sie immer wieder als stressig?

Welche Glaubenssätze und Ängste haben Sie verinnerlicht, die zu Stresssituationen führen oder diese verstärken?

Sehen Sie an bestimmten Stellen konkreten Verbesserungsbedarf? Möchten Sie vielleicht besser mit unfairen Angriffen umgehen oder Ihre Argumentationsstruktur optimieren? Mitunter sind es auch spezielle Anlässe wie Diskussionsrunden, Kritikgespräche oder öffentliche Auftritte, an denen Sie arbeiten möchten.

Vergessen Sie aber auch nicht, sich Ihre Stärken zu verdeutlichen: Haben Sie beispielsweise besondere Kompetenzen auf einem Fachgebiet? Oder wurden Sie vielleicht schon öfters für Ihre angenehme Stimme gelobt? Möglicherweise wirken Sie auch besonders seriös und authentisch. Damit andere Sie wertschätzen, müssen Sie sich zunächst selbst vertrauen. Erinnern Sie sich deshalb an Ihre bisherigen Erfolge: an die Verhandlung, die Sie souverän gemeistert haben; an das Fernsehinterview, das Ihrer Firma positive Werbung eingebracht hat oder an die schwierige Diskussionsrunde, die Sie als Moderator zu einem guten Abschluss geführt haben.

Selbstbild und Fremdbild im Vergleich: Holen Sie sich Feedback

Wollen Sie sich wirklich realistisch einschätzen, ist neben dem Selbstbild auch das Fremdbild interessant. Es zeigt, wie Sie von anderen wahrgenommen werden. Viele Menschen haben eine schlechtere Meinung von sich selbst, als es andere von außen haben. Es gibt einen öffentlichen Teil Ihrer Persönlichkeit, der Ihnen und auch anderen bekannt ist. Daneben existiert ein privater Bereich, der nur Ihnen bekannt ist und den Sie vor anderen verbergen. Hinter dieser „Fassade“ verstecken Sie zum Beispiel Hemmungen oder Wissenslücken. Für eine Verhaltensänderung ist aber vor allem der Teil von Ihnen wichtig, der Ihnen unbekannt, aber für andere sichtbar ist. Er enthält typische Verhaltensmuster, die Ihnen allerdings nicht bewusst sind. Nur andere nehmen diese wahr. Indem Sie sich Feedback holen, wird dieser Bereich auch für Sie sichtbar. Fragen Sie Menschen, denen Sie vertrauen, nach ihrer ehrlichen Meinung. Wie schätzen Kollegen oder Vorgesetzte Ihr Verhalten ein, wie Freunde und Bekannte? Auch Videoaufzeichnungen bei der nächsten Präsentation können eine Hilfe sein, um ein realistischeres Bild von sich selbst zu bekommen.

Wie Sie Ihre Schwächen im Alltag verbessern

Wenn Sie durch die Selbst- und Fremdeinschätzung Klarheit über Ihre Stärken und Schwächen erlangt haben, können Sie nun konkret an einer Verbesserung arbeiten.

Erstellen Sie einen schriftlichen Plan, der Ihre Ziele enthält und Termine, bis wann Sie diese erreichen möchten. Damit geben Sie Ihren Vorsätzen einen höheren Wert. Nehmen Sie sich nicht zu viel und nichts Unrealistisches vor. Vor allem bei den ersten Zielen und Terminen ist es wichtig, dass ein Erfolg wahrscheinlich ist. Damit erhöhen Sie Ihre Motivation für die weiteren Vorsätze.

 

  • Nutzen Sie alltägliche Situationen, um Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen. Wenden Sie Ihre neuen Argumentationsstrategien bei Präsentationen oder Gesprächen an. Nur durch Übung erlernen Sie nachhaltig neue Verhaltensmuster.

 

  • Im Alltag kann es schnell passieren, dass Sie Ihre guten Vorsätze vergessen. Machen Sie sich deshalb Notizen, die Sie an Ihre Ziele erinnern. Hinterlegen Sie diese gut sichtbar an Plätzen, die Sie oft aufsuchen, zum Beispiel auf dem Schreibtisch oder zu Hause an der Pinnwand.

 

  • Wenn Sie Ihre Verhaltensmuster ändern, werden auch Ihre Gesprächspartner reagieren. Beobachten Sie deren Körpersprache, zum Beispiel Mimik und Gestik, wenn Sie „trainieren“. Dadurch erhalten Sie eine indirekte Rückmeldung. Sie können sich auch Strategien von anderen abschauen. In Ihrem beruflichen und privaten Umfeld gibt es sicherlich Vorbilder, die gut argumentieren und schlagfertig auf Einwände reagieren können.

 

  • Nutzen Sie auch entsprechende Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten, um Ihre Argumentationskompetenzen zu erweitern. Qualifizierte Coaches vermitteln das Know-how in komprimierter Form und trainieren mit Ihnen neue Verhaltensweisen in schwierigen Situationen. Durch den Austausch mit anderen Teilnehmern und fachliche Feedbackgespräche haben Sie die Chance, unbewusste Verhaltensmuster zu identifizieren und auszuschalten. Empfehlungen für Seminare erhalten Sie bei den Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Wirtschafts- und Berufsverbänden oder Weiterbildungsakademien.

 

Verhaltensmuster sind über einen längeren Zeitraum erworben. Deshalb dauert es auch eine gewisse Zeit, bis Sie Änderungen an Ihrem Verhalten herbeiführen können. Wenn Sie sich Ziele setzen und Ihren Alltag zum Üben nutzen, werden Sie Ihre Schwächen überwinden und Ihre Argumentationskompetenz langfristig optimieren.