Ob Besprechungen, Diskussionen oder öffentliche Auftritte: Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Sie unter Druck geraten können, wenn Sie nicht die richtigen Argumentationsstrategien parat haben. Wer bei jedem Anlass gelassen bleiben möchte, benötigt die entsprechenden Techniken und eine gute Vorbereitung. Hier erhalten Sie einen Überblick über die jeweils geeigneten Methoden.

Wie Sie als Moderator und Teilnehmer Diskussionsrunden meistern

Bei Besprechungen und Diskussionsrunden ist es die Aufgabe des Moderators, das Gespräch strukturiert zu leiten, sodass das Gesprächsziel erreicht wird. Dazu gehört auch, unfaire Angriffe abzuwehren und einzugreifen, bevor eine Debatte eskaliert. Schwierig wird es für einen Moderator, wenn die Beteiligten zum Beispiel alle durcheinanderreden. Dann ist es an Ihnen, das Gespräch wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Steuern Sie also freundlich und bestimmt, wer wann redet. Erinnern Sie die Teilnehmer dazu an das Ziel der Diskussion und erteilen Sie einem Teilnehmer gezielt das Wort.

In nahezu jeder Besprechung gibt es einen oder mehrere Vielredner, die das Gespräch an sich reißen möchten, während zurückhaltende, nicht minder kompetente Teilnehmer unterzugehen drohen. Damit jeder den gleichen Anteil an Redezeit erhält, ist es für Sie als Moderator wichtig, Vielredner zu unterbrechen, wenn sie zu lange, nicht zielführende Statements abgeben. Gleichzeitig gilt es, auch „blasse“ Teilnehmer zum Reden zu ermutigen, indem Sie sie direkt ansprechen und nach ihrer Meinung fragen.

Wenn Sie als Teilnehmer einer Diskussionsrunde Angst vor Wortbeiträgen und Einwänden haben, beachten Sie die folgenden Hinweise:

Bereiten Sie mithilfe der Fünfsatz-Technik Ihre Argumentation gut vor. Es gibt Ihnen Sicherheit, wenn Sie Ihre fünf wichtigsten Kernbotschaften im Kopf haben.

Überlegen Sie sich mögliche Einwände der anderen Teilnehmer und entsprechende gute Gegenargumente und Reaktionen.

Warten Sie nicht zu lange, bis Sie sich an der Diskussion beteiligen. Sonst wird die innere Hemmschwelle zu groß.

Lassen Sie sich nicht von Reizthemen emotionalisieren. Kennzeichnen Sie unfaire Angriffe als solche.

Kritikgespräche: Auf die Art der Durchführung kommt es an

Wenn sich Fehler häufen oder die Leistungen eines Mitarbeiters nicht mehr den Anforderungen entsprechen, ist es notwendig, dass Sie als Führungskraft Kritikgespräche führen. Vielen Vorgesetzten sind diese Gespräche unangenehm, weil sie Konflikten lieber aus dem Weg gehen, um als netter Chef dazustehen – mit problematischen Folgen für das Unternehmen. Damit der Mitarbeiter nicht mit Ablehnung und Demotivation reagiert, ist es wichtig, dass Sie Kritikgespräche niemals vor anderen führen, sondern nur unter vier Augen. Äußern Sie die Kritik möglichst zeitnah, sonst wirkt es, als holten Sie Vergangenes „unter dem Teppich“ hervor. Wenn Sie allerdings noch wütend und aufgebracht sind, beruhigen Sie sich, bevor Sie ein Kritikgespräch führen. Sonst ist eine Eskalation vorprogrammiert. Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor, damit es zielführend ist. Überlegen Sie sich neben sachlichen Argumenten auch, wie Sie mit verschiedenen Reaktionen des Mitarbeiters umgehen möchten. Bedenken Sie, dass viele Menschen ablehnend auf Kritik reagieren. Formulieren Sie deshalb die Kritik fair und ermutigend. Verzichten Sie auf Kommentare, die den Mitarbeiter herabwürdigen.

So bringen Sie Bewegung in festgefahrene Verhandlungen

In Verhandlungen können Sie an einen Punkt kommen, an dem die Situation festgefahren zu sein scheint: Jeder der Gesprächspartner beharrt auf seinem Standpunkt, das Ziel des Gespräches ist weit entfernt. Damit wieder Bewegung in die starre Situation kommt, nutzen Sie die folgenden Strategien:

  • Fragen sind eine gute Möglichkeit, um mehr über den Verhandlungsspielraum Ihres Gesprächspartners zu erfahren. Fragen Sie nach den Bedingungen, unter denen ein Kompromiss möglich ist.
  • Bitten Sie Ihren Gesprächspartner um Kritik und Rat für Ihre Situation. Dadurch erfahren Sie mehr über seine Beweggründe und ändern seine Perspektive.
  • Stellen Sie Streitpunkte in der Diskussion zurück und reden Sie zunächst über einfachere Themen.
  • Vertagen Sie die Verhandlung, damit jede Partei ihren Standpunkt noch einmal überdenken kann.

Nutzen Sie öffentliche Auftritte zur Imagestärkung

Auftritte in der Öffentlichkeit sind eine gute Chance, um Werbung für das Unternehmen oder die eigene Person zu machen. Allerdings bergen sie auch Risiken, wodurch viele Menschen öffentliche Auftritte wie Interviews im Fernsehen oder Radio als stressig empfinden. Wenn Sie vorher für sich abstecken, was Sie mitteilen möchten und was nicht, wirken Sie sicherer, als wenn Sie diese Entscheidung erst im Interview treffen. Überlegen Sie sich vorher Kernbotschaften, die Sie auf jeden Fall kommunizieren möchten. Diese wiederholen Sie, wenn es für Sie durch brisante Themen unangenehm wird. Nutzen Sie Ihre Kernbotschaften, um Ihr Image zu verbessern. Nach der direkten Antwort auf die Frage des Journalisten leiten Sie geschickt auf die Themen über, die Ihnen dienlich sind. Auf unbequeme Fragen antworten Sie kurz und freundlich. Bei längeren Antworten hat der Journalist mehr Möglichkeiten, Angriffspunkte zu finden und sich entsprechende Nachfragen zu überlegen. Stellen Sie falsche Behauptungen sofort richtig, lassen Sie sich aber nicht zu emotionalen Reaktionen verleiten. Der erste und der letzte Eindruck sind besonders wichtig. Versuchen Sie sympathisch und zuversichtlich zu wirken.

Viele Anlässe, die Sie bisher als stressig empfunden haben, erscheinen durch eine gute Vorbereitung weniger bedrohlich. Wenn Sie sich vorher Ihre Argumentation mit Kernbotschaften sowie Reaktionen auf mögliche Einwände überlegen, können Sie in vielen schwierigen Situationen gelassener reagieren.