Ob durch ein Lächeln, Stirnrunzeln oder verschränkte Arme – der Körper sagt mehr als tausend Worte. Anhand von Gestik und Mimik erfahren Sie, was Ihr Gesprächspartner wirklich denkt. Auch wenn die nonverbalen Signale oft unterbewusst ablaufen, können Sie Ihre Körpersprache gezielt einsetzen, um Ihren Worten mehr Ausdruck zu verleihen und eine Botschaft zu verstärken. Was Körpersprache ist und welche unterschiedlichen Gesten es gibt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Bei öffentlichen Veranstaltungen oder Geschäftsterminen haben Sie sicherlich schon ganz unterschiedliche Verhaltensweisen beobachtet: Während einige Menschen lebhaft in einer Gruppe diskutieren und sich offensichtlich sicher und wohl fühlen, stehen andere eher mit gesenktem Kopf allein am Rand. Obwohl Sie vielleicht nicht mit diesen Personen gesprochen haben, konnten Sie aus diesen Beobachtungen bereits erkennen, wie sie sich fühlen. Deshalb ist Körpersprache eine der wichtigsten Formen der Kommunikation.

Nonverbale Kommunikation – ohne Worte und trotzdem verständlich

Körpersprache gehört zur nonverbalen Kommunikation und bezeichnet alle nichtsprachlichen Signale, also Gestik, Mimik, Haltung, Körperbewegung und Distanzverhalten. Aus der Art des Blickkontaktes, dem Händedruck, der Kopfhaltung oder Sitzposition lassen sich Informationen herauslesen, die Sie mitunter lieber verbergen möchten. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass es nicht möglich ist, mit dem Körper zu lügen. Laut einer Studie des amerikanischen Psychologieprofessors Mehrabian machen Worte nur 7 Prozent des Gesamteindrucks aus, den Sie bei Ihrem Gegenüber hinterlassen, die Körpersprache dagegen 55 Prozent. Sie können also vieles sagen. Wenn Ihre Körpersprache etwas anderes ausdrückt, überwiegt deren Wirkung. Die Kommunikation ist nur eindeutig und damit effektiv, wenn sowohl die verbalen als auch die nonverbalen Signale übereinstimmen. Ansonsten kommt es zu Missverständnissen.

In einigen Situationen fehlen Ihnen vielleicht die richtigen Worte oder es ist nicht möglich, laut zu sprechen. Dann helfen Ihnen nonverbale Signale dabei, sich überhaupt zu verständigen. Mit der nonverbalen Kommunikation können Sie also auch die verbale ersetzen.

Wichtige Funktionen der Körpersprache

Selbst wenn Sie nicht sprechen, kommunizieren Sie. Denn durch Körpersprache

  • ergänzen, ersetzen oder widerlegen Sie Ihre verbalen Signale
  • übermitteln Sie Hinweise zu Ihrer Einstellung zum Gegenüber (Sympathie, Antipathie)
  • drücken Sie Ihre Emotionen aus (Schmerz, Freude)
  • zeigen Sie Ihre Persönlichkeit (Dominanz, Schüchternheit)

Was Sie unbewusst mitteilen

 Meistens laufen die Signale, die der Körper aussendet, unbewusst ab. Noch bevor Sie etwas sagen, reagiert Ihr Körper oft schon auf die Gesprächssituation, das Verhalten Ihres Gegenübers oder Ihre eigene innere Gefühlswelt. Angst, Nervosität, Trauer und Freude sind starke Emotionen, die sich nur schwer verbergen lassen. Oft kommt es dann zu Reaktionen, die Sie zwar auch selbst bemerken, aber nicht steuern können: zum Beispiel Schweißbildung, Pupillenveränderungen oder Erröten.

Lachen Sie viel? Dann wird das auf Dauer Ihre Mimik genauso verändern wie anhaltender Frust und Sorgen. Beobachten Sie Ihr eigene Körpersprache: Gibt es vielleicht Verlegenheitsgesten, die Sie bei Präsentationen immer wiederholen? Halten Sie sich eventuell immer an einem Gegenstand fest oder streichen sich unbewusst übers Gesicht? Das wirkt unsicher und zeugt von Unbehagen.

Gestik von Kopf bis Fuß: Lassen Sie Ihren ganzen Körper sprechen 

Gesten steigern die Wirkung der Kommunikation und dienen dem besseren Verständnis des Gesagten. Sie signalisieren durch Haltung oder Bewegung auch Gefühle. Selbst wenn Ihre Hände in Ihrem Schoß ruhig übereinander liegen, zeigt das Ihrem Gegenüber, dass Sie sich eventuell emotional schützen möchten.

Es gibt illustrierende Gesten, die Sie benutzen, wenn Sie zum Beispiel einen Gegenstand beschreiben. Der Zuhörer kann dadurch das Gesagte schneller erfassen und länger behalten. Generell können sich Menschen Fakten besser merken, wenn sie visualisiert sind. Nutzen Sie dieses Wissen zum Beispiel für Ihre Präsentationen.

Ob Popstars, Könige und Kaiser oder Politiker – sie alle nutzen Signaturgesten, um Wiedererkennbarkeit zu erreichen und ein bestimmtes Bild von sich zu erschaffen. Dafür führen sie wiederholt normale Gesten auf eine bestimmte Art und Weise aus. Das kann eine gewisse Körperhaltung oder Handbewegung sein. Napoleons rechte Hand in der Weste ist ein Beispiel aus der Geschichte. Diese typische Haltung wird gern als Machtgeste interpretiert, die für Sicherheit, Ruhe, Überlegenheit und inneren Antrieb stehen soll.

Mit Verdrängungsgesten bringen Sie widerstreitende Gefühle in Einklang und werden angestaute Energie los. Das ist zum Beispiel notwendig, wenn Ihre Emotionen nicht zu Ihren Zielen passen, die Sie im Gespräch haben. Sie möchten Ihren Gesprächspartner zu einem Vertragsabschluss bewegen, spüren aber Ungeduld und Wut in sich hochsteigen. Zu den Verdrängungsgesten gehören:

  • Getrommel mit den Fingern
  • Herumspielen mit Fingern oder Gegenständen
  • Kratzen am Kopf
  • Zurechtrücken der Kleidung

Diese Gesten sorgen kurzzeitig für ein Gefühl der Sicherheit, da sie von den eigentlichen Emotionen ablenken und jedem vertraut sind.

Gesten, vor allem Hand- und Fingergesten, die als Symbole gelernt werden, bedeuten nicht in allen Ländern dasselbe. Vermeiden Sie daher im Ausland besser Handzeichen oder informieren Sie sich vorher gut über die kulturellen Unterschiede. Gesten, die in allen Kulturen die gleiche Bedeutung haben, sind zum Beispiel Lachen und Weinen. Sie sind biologisch begründet, nicht kulturell.

Ob Sie es wollen oder nicht – Ihr Körper sendet immer Signale. Machen Sie sich bewusst, dass die nonverbale Kommunikation entscheidend dafür ist, wie Sie wahrgenommen werden. Wenn Sie Ihre Gesten analysieren, können Sie an diesen arbeiten und sie bewusst für die Kommunikation einsetzen.