Motivation können Sie bei Ihren Mitarbeitern nicht herstellen oder erzwingen. Sie resultiert vielmehr aus Ihrem Verhalten als Führungskraft, der persönlichen Einstellung der Mitarbeiter und den äußeren Bedingungen. Mit richtiger Führung können Sie die Leistungsbereitschaft Ihrer Angestellten also zumindest teilweise beeinflussen. Der folgende Beitrag zeigt, was Mitarbeiter motiviert und worauf Sie Einfluss nehmen können.

Wovon Motivation abhängt

Motivation hat etwas mit dem Willen zu tun. Deshalb ist sie nicht erzwingbar. Selbst wenn Ihre Mitarbeiter grundsätzlich gewillt sind, Leistung und Einsatz zu zeigen, muss dies nicht über viele Jahre anhalten. Im Laufe des Berufslebens nimmt bei vielen die Leistungsbereitschaft ab. Das ist von mehreren Faktoren abhängig. Einfluss auf die Motivation haben zum einen die eigenen Möglichkeiten des Mitarbeiters, also seine Fähigkeiten, und zum anderen seine externen Möglichkeiten, womit seine Befugnisse und andere Rahmenbedingungen gemeint sind. Auf beide Bereiche können Sie als Führungskraft einwirken. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit, abzuschätzen, welche Kompetenzen für welche Aufgaben notwendig sind.

Wenn Sie darauf achten, dass die Mitarbeiter die erforderlichen Fähigkeiten für ihre jeweiligen Aufgaben besitzen   und sich – wenn nötig – weiterbilden, schaffen Sie gute Voraussetzungen für deren Leistungsbereitschaft. Zudem tragen Sie zur Motivation bei, indem Sie den Angestellten nicht nur Aufgaben, sondern auch Befugnisse übertragen. Wie weit die Verantwortung geht, hängt von der Erfahrung des Mitarbeiters und der Position ab. Grundsätzlich wirken sich Handlungsspielräume jedoch positiv auf die Motivation aus. Zu den Führungsaufgaben gehört es also, dass Sie die richtigen Bedingungen schaffen, damit Ihre Mitarbeiter gute Leistungen erbringen können.

Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Beachtung

Eines ist allen Menschen gemein: Sie möchten beachtet werden. Jeder hat das Bedürfnis, wahrgenommen zu werden und in gewisser Weise wichtig zu sein. Gerade bei Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl ist es entscheidend, dass sie Beachtung finden. Ganz im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung beeinflussen Ihre Erwartungen an den Mitarbeiter seine Leistungsfähigkeit. Wenn Sie davon ausgehen, dass er wenig leisten kann, werden seine Leistungen wahrscheinlich auch schlechter sein, weil ihm die Motivation fehlt. Merkt er dagegen, dass Sie an ihn glauben, wird dies seine Motivation und Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen.

Schenken Sie Ihren Mitarbeitern also Beachtung. Das fängt damit an, dass Sie einen guten Kontakt aufbauen, sie also regelmäßig begrüßen und sich Zeit für kurze Gespräche nehmen. Es bedeutet aber auch, dass Sie Ihren Mitarbeitern etwas zutrauen. Dann werden sie auch mehr Leistung erbringen können, als wenn Sie ihnen nicht viel zutrauen. Es ist allerdings ein schmaler Grat zur Überforderung. Setzen Sie auch keine unrealistischen Ziele, da diese demotivierend wirken.

Geben Sie regelmäßig motivierendes Feedback

Ein weiterer Motivationsfaktor ist regelmäßiges Feedback – und dieses muss nicht immer positiv sein. Solange sie authentisch ist und der Mitarbeiter einen Nutzen erkennt, kann auch eine negative Bewertung motivieren. Mitarbeiter beklagen häufig, dass sie zu selten überhaupt ein Feedback von ihren Vorgesetzten erhalten. Wenn sie dann bewertet werden, fühlen sich viele abgewertet, weil das Feedback falsch formuliert ist. Neben dem Aussprechen von Lob ist auch die richtige Art Kritik zu üben entscheidend. Ein Mitarbeiter wird Kritik annehmen, wenn Sie ihm erklären, warum Sie diese aussprechen: Weil Sie daran interessiert sind, dass er noch erfolgreicher wird, geben Sie ihm Feedback. Diese positive Verstärkung wirkt motivierender als die negative Formulierung „Sie müssen besser werden“.

Fördern und fordern: Nehmen Sie die Rolle eines Coaches ein

Führen bedeutet auch, dass Sie Ihren Mitarbeiter fördern und fordern. Wie ein Coach stehen Sie ihm beratend zur Seite, damit er sich selbst Lösungen für Probleme erarbeitet. Techniken aus der Gesprächsführung, zum Beispiel Fragetechniken, sind hierfür ein geeignetes Instrument. Darüber hinaus gehört es ebenfalls zu Ihren Aufgaben als Führungskraft, dass Sie ein bestimmtes Verhalten von Ihrem Mitarbeiter einfordern, damit er sich in die von Ihnen gewünschte Richtung bewegt.

Befehle und Sanktionen: Wenn alle anderen Maßnahmen nicht wirken

Damit Ihre Entscheidungen für die Mitarbeiter nachvollziehbar sind, ist es grundsätzlich erforderlich, dass Sie sie begründen. Nennen Sie dabei Vor- und Nachteile, wodurch Sie ehrlich erscheinen. Das bewirkt bei den meisten Mitarbeitern, dass sie Ihren Entscheidungen bereitwillig folgen. Ist dies trotz Erklärung der Hintergründe bei Mitarbeitern nicht der Fall, ist es mitunter notwendig, dass Sie ihnen befehlen, bestimmte Aufgaben umzusetzen. Wichtig ist nur, dass die Anweisungen nicht willkürlich erfolgen.

Selbst wenn Sie regelmäßig motivierendes Feedback geben, kann es passieren, dass bestimmte Mitarbeiter sich trotzdem nicht entsprechend der Unternehmensziele verhalten. Dann ist es erforderlich, dass Sie ihnen die Konsequenzen für ihr Verhalten aufzeigen. Ändern die Mitarbeiter trotz der Androhung von Sanktionen ihr Verhalten nicht, ist es wichtig, dass Sie – in Abstimmung mit Personalabteilung und Betriebsrat – die angekündigten Konsequenzen auch umsetzen. Dieses Signal ist vor allem für die Motivation der anderen Mitarbeiter entscheidend. Ansonsten verfestigt sich der Eindruck einer Sonderbehandlung.

Letztendlich entscheidet der Mitarbeiter, ob er gewillt ist, Leistung und Einsatz zu erbringen. Als Führungskraft können Sie allerdings die wesentlichen Voraussetzungen schaffen, damit diese Bereitschaft entsteht. Wenn Sie sich authentisch und transparent verhalten und Ihre Mitarbeiter positiv verstärken, motivieren Sie sie langfristig zu besseren Leistungen.