Publikumsbeteiligung bei Präsentationen erfordert viel Selbstsicherheit und Improvisationstalent des Redners. Um kein Risiko einzugehen, verzichten deshalb einige auf die Interaktion mit den Teilnehmern. Wenn Sie Ihre Präsentation nur als Frontalvortrag gestalten, riskieren Sie jedoch viel mehr: die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer. Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie Sie mit Ihrem Publikum richtig interagieren.

Beziehen Sie Ihr Publikum oft ein

Was macht eine Präsentation einzigartig, gerade wenn Sie diese schon mehrmals gehalten haben? Die Reaktion des Publikums. Sie macht Ihren Vortrag spannend und unterhaltsam, wodurch Ihnen die Aufmerksamkeit gewiss ist. Eine Möglichkeit, das Publikum zu aktivieren, sind Fragen. Viele Präsentatoren planen dafür ausschließlich Zeit am Ende ihres Vortrages ein – wenn die Zeit knapp ist, fallen die Anmerkungen der Zuhörer sogar ganz weg. Sie fürchten sich vor provokanten Fragen und davor, diese nicht gekonnt beantworten zu können. Außerdem haben sie das Gefühl, die Zeit nicht mehr so gut im Griff zu haben. Planen Sie trotzdem bereits während des Vortrages Zeit für Zwischenfragen ein, die für das Verständnis der Inhalte sehr wichtig sind. Einige Teilnehmer konzentrieren sich sonst mitunter so sehr auf die Frage, die sie Ihnen am Ende stellen möchten, dass sie Ihnen nicht mehr aufmerksam zuhören. Fragen Sie die Teilnehmer besser zwischendurch nach ihren Erfahrungen und dem Verständnis. Sie können dabei das gesamte Publikum ansprechen oder auch nur Teile oder Einzelpersonen. So stellen Sie sicher, dass Ihnen die Teilnehmer noch aufmerksam folgen. Zudem erkennen Sie bereits an der Reaktion, wie die Zuhörer Ihre Präsentation bewerten. Wer einen persönlichen Draht zu seinem Publikum aufbaut, hat die Sympathie auf seiner Seite. Das gibt Ihnen wiederum mehr Selbstsicherheit und ein gutes Gefühl.

Die richtige Reaktion auf Fragen

Es gibt ganz unterschiedliche Fragen, die das Publikum stellen kann. Auf diese gilt es, auch angemessen zu reagieren.

  • Handelt es sich um Fragen zum Ablauf der Präsentation, zum Beispiel die Tagesordnungspunkte und Pausen, halten Sie Ihre Antwort kurz und zweckmäßig.
  • Bei Fragen, die den Inhalt Ihrer Präsentation betreffen, antworten Sie sachlich und behalten die Zeit im Auge.
  • Fragen, die vom eigentlichen Thema ablenken sollen, beantworten Sie nur sehr knapp oder verschieben Sie ans Ende der Präsentation.
  • Möchte Sie jemand provozieren, reagieren Sie ruhig und gelassen, indem Sie sachlich hinterfragen.

Egal, welche Frage Ihnen das Publikum stellt – wiederholen Sie diese zunächst mit Ihren eigenen Worten, anstatt sich bereits während der Frage eine Antwort zurechtzulegen. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie auch den richtigen Aspekt der Frage treffen und verschaffen sich bei kritischen Fragen mehr Zeit für eine gute Antwort.

Wie Sie mit sehr aktivem Publikum umgehen

So manches Publikum lässt sich nur schwer aktivieren. Was viele Redner noch mehr fürchten, sind sehr aktive Teilnehmer. Sie stellen ellenlange Fragen oder erzählen gleich eine ganze Geschichte. Sie nutzen Ihre Präsentation als Bühne. Der Rest des Publikums kann mitunter nur schwer folgen und verliert das Interesse. Damit Ihr Zeitplan nicht in Gefahr ist, setzen Sie von Anfang an klare Zeitlimits, auf deren Einhaltung Sie achten. Wenn nötig, unterbrechen Sie auch einen Dauerredner, indem Sie ihm höflich für seine Frage danken und diese mit eigenen Worten wiederholen, sodass auch die anderen Teilnehmer wieder folgen können. Bleiben Sie dabei immer ruhig und greifen Sie einen Vielfrager oder Geschichtenerzähler nicht persönlich an. Es nur wichtig, dass Sie das Zepter in der Hand behalten und sich nicht irritieren lassen.

Wenn ein Teilnehmer eine andere Meinung äußert, versuchen Sie ihn nicht zu überzeugen. Er wird sonst nur noch stärker auf seiner Position beharren, damit er nicht sein Gesicht verliert. Äußern Sie, dass unterschiedliche Meinungen legitim sind und Sie seine Sichtweise akzeptieren. Bitten Sie ihn wiederum, dass er nun Ihre Position anhört. Vermeiden Sie eine Diskussion, aus der Sie womöglich aus Sicht des Publikums als Verlierer hervorgehen. Stellen Sie besser die unterschiedlichen Meinungen nebeneinander.

So bekommen Sie Störungen in den Griff

Fragen, die Sie als Provokation und persönlichen Angriff empfinden, sind manchmal einfach nur unglücklich formuliert und gar nicht so gemeint. Vielleicht ist ein Teilnehmer nur irritiert, weil er bereits andere Vorkenntnisse hat oder er noch ein überzeugendes Beispiel hören möchte. Er will eventuell nur Ihre Inhalte verstehen und Sie nicht korrigieren. Vermuten Sie deshalb hinter einer Frage erst einmal eine gute Absicht des Fragenden. Dann können Sie ruhiger reagieren, als wenn Sie sich angegriffen fühlen.

Mitunter kommt es jedoch auch vor, dass Sie jemand tatsächlich aggressiv provozieren möchte. Wenn Sie besonders schlagfertig darauf reagieren wollen, kann es sein, dass sich die restlichen Teilnehmer mit dem Angreifer verbünden. Gehen Sie deshalb auch sachlich und wertschätzend mit Provokateuren um, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Versuchen Sie, gemeinsame Ziele und Interessen in den Vordergrund zu rücken und die Unterschiede als gleichberechtigt nebeneinander zu stellen. Entsteht eine hitzige Diskussion mit dem Publikum, weil es Ihre Aussagen nicht teilt, gilt es, die Sachebene zu verlassen und auf der Metaebene die Interessen des Publikums herauszufinden. Mitunter sind diese die Ursache für eine heftige Reaktion. Betonen Sie auch hier die gemeinsamen Ziele. Wenn sich die Emotionen beruhigt haben, können Sie ruhig und gelassen Ihre Inhalte darstellen.

Unterhaltsame Präsentationen leben von der Beteiligung des Publikums. Wenn Sie Ihre Zuhörer durch Fragen aktivieren und Sie bei unterschiedlichen Meinungen die gemeinsamen Interessen betonen, behalten Sie nicht nur die Aufmerksamkeit Ihres Publikums, sondern haben auch Ihren Zeitplan im Griff.