Widerstandsfähige Mitarbeiter und Projekte erhöhen die Chance auf erfolgreiche Projektabschlüsse. Deshalb ist die Resilienz ein wichtiger Faktor im Projektmanagement. Als Projektleiter können Sie durch die Auswahl der Mitarbeiter und durch die Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen Einfluss nehmen. Der folgende Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie die Resilienz Ihrer Projektmitarbeiter und damit auch die des Projektes fördern können.

Grundlagen in der Kindheit: Einfluss auf Resilienz der Mitarbeiter trotzdem möglich

Sicherlich bringt jeder Mitarbeiter eine gewisse Veranlagung zum Umgang mit widrigen Umständen und schwierigen Situationen mit, da die Grundlagen für die Widerstandsfähigkeit bereits im Kindesalter gelegt werden. Dennoch haben Sie als Projektleiter die Möglichkeit, die Resilienz Ihrer Mitarbeiter positiv zu beeinflussen. Das bedeutet auch, dass Sie bei der Zusammenstellung des Projektteams die Widerstandsfähigkeit der potenziellen Teammitglieder in Ihre Entscheidungen miteinbeziehen. Es gilt, eine gute Mischung aus resilienten und weniger resilienten Menschen zu finden. Für ein erfolgreiches Projekt benötigen Sie definitiv auch Optimisten und Visionäre in Ihrem Team.

Gegenseitige Akzeptanz fördert Wertschätzung der Mitarbeiter

Jeder Mensch sehnt sich nach Anerkennung und Wertschätzung. Damit die Projektmitarbeiter einander wertschätzen, müssen sie sich mit all ihren Unterschieden als Personen akzeptieren. Das ist nicht immer einfach, da es in jedem Projektteam verschiedene Rollen gibt, die eine Vorverurteilung begünstigen. Das Verhalten der Mitarbeiter sagt noch lange nichts über ihren Charakter aus. Deshalb ist es wichtig – gerade für eventuelle Konfliktfälle – die Person vom Verhalten zu trennen. Fördern Sie die gegenseitige Akzeptanz, indem Sie bei einem Teammeeting die positiven Charaktereigenschaften der einzelnen Teammitglieder hervorheben.

Positive Beziehungen helfen in Krisenzeiten

Positive Beziehungen lassen Menschen Krisen besser meistern. Deshalb ist es wichtig, dass die Projektmitarbeiter positive Beziehungen untereinander und zu anderen Projektbeteiligten aufbauen. So sind sie eher bereit, gut zusammenzuarbeiten und sich zu helfen. Damit das Projektteam nicht nur eine „Schicksalsgemeinschaft“ ist, die das gleiche Ziel hat, sondern persönliches Interesse untereinander entsteht, ist entscheidend, dass die Mitarbeiter ihre unterschiedlichen Eigenschaften nicht bewerten. Vielmehr gilt es, die anderen Projektmitarbeiter möglichst neutral zu akzeptieren und die Unterschiede in den Persönlichkeiten als Bereicherung zu betrachten.

Klare Strukturen für ein funktionierendes Netzwerk

Wer in schwierigen Situationen auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen kann, ist klar im Vorteil. In einem Projektteam ist es wichtig, die Ressourcen, also die Fähigkeiten, der anderen Teammitglieder zu kennen. Tritt ein Krisenfall ein, wissen die Mitarbeiter, wer wie Unterstützung leisten kann, wer sich mit bestimmten Themen gut auskennt und wer für etwas zuständig ist. Mit einer klaren Struktur des Projektsystems können Sie Ihr Projektteam unterstützen. Stimmen Sie mit dem Team die Ziele, Grenzen und Vorgehensweisen ab. Das gibt vorwiegend in schwierigen Situationen Sicherheit.

Gute Fehlerkultur fördert Verantwortungsbereitschaft der Mitarbeiter

In einem Unternehmen, das keine gute Fehlerkultur hat, übernehmen Mitarbeiter nicht gern Verantwortung. Oftmals wird sich in schwierigen Situationen darauf fokussiert, wer die Schuld an den Problemen hat. Das behindert eine Lösungsfindung und eine aktive Gestaltung der Zukunft. Fehler sollten deshalb in Ihrem Projekt nicht zum Tabu werden, sondern es sollte eine gemeinsame Problemlösung im Vordergrund stehen. Dann sind Ihre Mitarbeiter auch bereit, Entscheidungen zu treffen und nach Krisen wieder aktiv zu werden.

Die Widerstandsfähigkeit nimmt unter Dauerstress ab

Kein Mitarbeiter kann auf Dauer nur in Stresssituationen arbeiten. Auf schwierige und stressige Arbeitsphasen müssen im Projekt auch ruhigere Phasen folgen, in denen nicht unter Hochdruck gearbeitet wird. Arbeiten die Projektmitarbeiter nur auf Hochtouren, schadet das der Gesundheit und die Mitarbeiter verlieren an Widerstandsfähigkeit gegen Krisen. Auch wenn es in der heutigen Zeit normal zu sein scheint, im Dauerstress zu sein, sollten die Mitarbeiter selbst und der Projektmanager für Erholungsphasen im Projekt sorgen. Nur so lassen sich Turbulenzen im Projekt auf Dauer bewältigen.

Mitarbeiter müssen ihre Aufgaben als sinnvoll erachten

Dass Menschen einen Sinn in ihrer Tätigkeit empfinden, ist sowohl für die Motivation als auch für die Widerstandsfähigkeit entscheidend. Kein Mitarbeiter im Team sollte das Gefühl haben, dass seine Aufgaben nicht wichtig sind oder eben von irgendjemandem erledigt werden müssen. Das hemmt das Zugehörigkeitsgefühl zum Team und die Leistungsfähigkeit. In schwierigen Zeiten können diese Mitarbeiter ihre Ressourcen häufig nicht nutzen. Achten Sie deshalb auf Ihre Wortwahl und die entsprechende Würdigung aller Aufgaben im Team.

Vermeiden Sie Unsicherheiten durch eine funktionierende Feedback-Kultur

Unsicherheit senkt die Widerstandsfähigkeit der Mitarbeiter. Deshalb sollte jeder Mitarbeiter die Gewissheit haben, was er kann, was er zum Projekt beiträgt und dass er im Projektteam akzeptiert wird. Dies gelingt nur mit einer funktionierenden Feedback-Kultur. Als Projektmanager haben Sie hier entscheidenden Anteil daran, den Projektmitarbeitern eine regelmäßige Rückmeldung zu ihren Leistungen und ihrem Verhalten zu geben. Damit können sie ihre Situation realistisch einschätzen und auch in Krisenzeiten sicher handeln.

Resilienz ist ein Prozess, den Sie als Projektmanager unterstützen können. Wenn Sie für ein Projektklima sorgen, in dem positive Beziehungen unter den Mitarbeitern entstehen, welche durch gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung geprägt sind, fördern Sie die Widerstandsfähigkeit der Projektmitarbeiter.