Eine logische Struktur ist die solide Basis einer guten Rede. Mitreißend ist Ihr Vortrag deshalb allerdings noch nicht. Erst wenn Sie Ihre Inhalte anschaulich und abwechslungsreich präsentieren, können Sie das Publikum begeistern und fesseln. Wie Sie Ihre Rede mit Leben füllen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Verstärken Sie Ihre Botschaft durch Appelle

Eine gute Möglichkeit, Ihre Botschaft den Zuhörern näherzubringen, sind Appelle. Dadurch verstärken Sie die Wirkung Ihrer Rede. Je nach Situation können Sie durch logische Argumente an den Verstand appellieren oder durch emotionale Argumente an die Gefühle des Publikums. Kostenersparnis ist zum Beispiel ein rationales Argument, das für die von Ihnen vorgeschlagene Maßnahme spricht. Wenn Sie dagegen dramatische Auswirkungen beschreiben, bei denen etwa Personen zu Schaden kommen, wird dies das Herz des Publikums berühren. Gerade in der politischen Rede werden die emotionalen Appelle gern eingesetzt.

So stützen Sie Ihre Argumentation

Schlüssiges Argumentieren folgt bestimmten Regeln. Beweise und Beispiele belegen und illustrieren Ihre Thesen. Erst dadurch sind Argumente vollständig. Um Ihre Argumentation zu unterstützen, können Sie unter anderem Zahlen (Statistiken), Geschichten oder Zitate verwenden.  Am besten greifen Sie in Ihrer Rede auf mehrere Formen zurück, damit Sie verschiedene Geschmäcker treffen. Menschen fühlen sich von unterschiedlichen Informationsarten angesprochen. Wichtig ist, dass Sie sie nicht wahllos einsetzen, sondern zum richtigen Zeitpunkt und zum Zweck der Beweisführung oder Veranschaulichung. Auch die richtige Dosis ist entscheidend. Wie so oft ist hier ebenfalls weniger mehr. Es kommt vor allem darauf an, dass Ihre Belege treffend sind.

Zitate wecken das Interesse des Publikums

Zitate sorgen für Aufmerksamkeit und sind besonders eindrucksvoll, wenn sie von berühmten Personen stammen. Lassen Sie sich dadurch jedoch nicht verleiten, sie inflationär in Ihrer Rede zu verwenden. Damit Zitate ihre richtige Wirkung entfalten, sollten sie zum Thema beziehungsweise zur These passen und nicht als besonders „geistreiche“ Floskeln Ihrer Profilierung dienen.

Auch bei Zitaten gilt: „In der Kürze liegt die Würze.“ Verwenden Sie kurze Zitate, damit Sie sie nicht vorlesen müssen. Sind die Zitate länger, kürzen Sie sie ein. So verliert Ihre Rede nicht an Schwung.

Nutzen Sie mehrere Quellen als Zitatgeber. Sonst wird es schnell langweilig für die Zuhörer.

Überraschen Sie Ihr Publikum mit Quellen, die im starken Kontrast zum Thema stehen und dadurch keiner erwartet.

 

Zahlen und Statistiken als Gestaltungsmittel: Auf das „Wie“ kommt es an

In der Fülle an verfügbarem Zahlenmaterial werden Sie wahrscheinlich immer Statistiken finden, die Ihre Thesen stützen. Als Gestaltungsmittel in Ihrer Rede sind sie allerdings nur wirkungsvoll, wenn Sie sie nicht zu oft einsetzen. Denn Ihre Zuhörer werden bei zu vielen Zahlen schnell abschalten, weil diese nicht besonders anschaulich sind. Damit Ihre Statistiken dem Publikum trotzdem im Gedächtnis bleiben, machen Sie es ihm so einfach wie möglich:

Die Zahlen sollten leicht verständlich und auf Anhieb erfassbar sein. Verzichten Sie deshalb – wenn möglich – auf Dezimalstellen nach dem Komma und nennen Sie gerundete Werte.

Verblüffen Sie Ihre Zuhörer mit außergewöhnlichen Statistiken. An diese werden sie sich eher erinnern.

Verwenden Sie Statistiken von vertrauenswürdigen Quellen. Nur so erreichen Sie, dass Ihnen die Zuhörer auch glauben.

Wiederholen Sie wichtige Zahlen mehrmals in Ihrer Rede, damit sie im Gedächtnis bleiben.

Stellen Sie Zahlen anschaulich in Bildern und Vergleichen dar. Dann erhalten Ihre Zuhörer eine Vorstellung von deren Dimension und Bedeutung.

Visualisieren Sie Statistiken mithilfe von Diagrammen und Grafiken. Damit sprechen Sie einen weiteren Sinn an und verstärken die Wirkung.

Erzählen Sie gute Geschichten

Storytelling ist eine beliebte Methode in der Kommunikation. Dabei ist es gar nicht so einfach, eine gute Geschichte zu erzählen. Damit Sie nach Ihrer Rede nicht als „Märchenonkel“ oder „Geschichtenerzähler“ gelten, ist es wichtig, dass Ihre Geschichten immer einen bestimmten Zweck, beispielsweise eine Moral, haben. Die meisten Menschen lieben persönliche Geschichten. Erzählen Sie deshalb ein eigenes Beispiel oder das einer dem Publikum bekannten Person. In Ihrem Alltag finden Sie zahlreiche interessante Geschichten, wenn Sie einmal darauf achten. Erfolgsgeschichten kommen besonders gut an, weil sie den Menschen Hoffnung geben, dass ihnen etwas Ähnliches passieren könnte. Ob Ihre Geschichten funktionieren, können Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis testen. Dabei erhalten Sie Hinweise, inwieweit Sie Ihre Story noch modifizieren müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. 

Wie Sie einen guten Draht zum Publikum aufbauen

Damit Ihnen das Publikum über längere Zeit aufmerksam folgt, ist es wichtig, dass Sie eine Beziehung zu Ihren Zuhörern aufbauen. Es ist dafür immer gut, wenn Sie Erfahrungen ansprechen, die Sie mit dem Publikum teilen. Damit signalisieren Sie, dass Sie die Welt der Zuhörer verstehen. Wenn Sie nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen können, binden Sie eine Studie oder Statistik ein, die die Perspektive des Publikums widerspiegelt. Versuchen Sie etwas über Ihre Zuhörer in Erfahrung zu bringen: Welche Bräuche gibt es zum Beispiel in der Region? Gibt es aktuelle Ereignisse, die gerade Gesprächsthema sind? Wenn Sie sich ab und zu in Ihrer Rede darauf beziehen, haben Ihre Zuhörer das Gefühl, dass die Rede sehr individuell auf sie zugeschnitten ist. Wem würde das nicht schmeicheln? Besonders wichtig ist, dass für das Publikum ein Nutzen erkennbar ist. Spart es vielleicht Geld oder Zeit oder erfährt es hilfreiche Tipps, wenn es Ihnen zuhört? Sagen Sie, warum es sich lohnt, Ihrer Rede Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine Rede muss lebendig sein, damit sie das Interesse des Publikums halten kann. Wenn Sie Ihre Botschaft durch Appelle verstärken und Ihre Argumente mit Zitaten, Geschichten und Statistiken untermauern, wird das Publikum an Ihren Lippen hängen.