Bei einer Veranstaltung gelingt den meisten Menschen Small Talk noch am ehesten. Schließlich geht es hier darum, Kontakte zu knüpfen und andere Personen kennenzulernen. Aber die wenigsten nutzen andere Gelegenheiten und Orte für eine lockere Unterhaltung. Wie Sie Ihr Verhalten beim Small Talk verschiedenen Personen und Situationen anpassen, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

So überbrücken Sie Verständigungsprobleme

Selbst zwischen Personen, die die gleiche Sprache sprechen, kommt es häufig zu Missverständnissen. Wenn Sie sich mit Menschen aus anderen Ländern unterhalten, ist die Gefahr um einiges größer. Dennoch bieten zwei unterschiedliche Kulturen auch eine Menge Gesprächsthemen:

  • Herkunftsort
  • Sitten und Gebräuche
  • Sprache
  • Wohnsituation
  • Arbeits- und Rechtslage

Für viele Menschen ist es spannend, die verschiedenen Situationen zu vergleichen. Kritik am anderen Land oder heikle Themen wie Religion sind beim Small Talk allerdings fehl am Platz.

Andere Länder, andere Sitten

Problematisch ist oft weniger, dass beide Gesprächspartner vielleicht nicht perfekt Englisch oder Deutsch sprechen. Vielmehr sind es die Unterschiede in den landestypischen Werten und Verhaltensweisen. Chinesen mögen zum Beispiel keinen direkten Blick- oder Körperkontakt, legen dafür aber auf Bescheidenheit und Zurückhaltung großen Wert. Als Small-Talk-Themen eignen sich etwa das Wetter, Urlaub, Essen, die Familie oder Sportarten wie Golf und Fußball. Vermeiden Sie dagegen unbedingt politische Debatten über Menschenrechte und Demokratie. Im Gegensatz dazu ist bei Brasilianern direkter Blick- und Körperkontakt üblich und sogar erwünscht. Wenn Sie diesen vermeiden, gilt das durchaus als unhöflich. Mit Brasilianern können Sie sich gut über Sport, vor allem Fußball, und ihre Kultur unterhalten.

Planen Sie einen Business-Aufenthalt in einem anderen Land, ist es angemessen, wenn Sie sich vorher über die gängigen Gepflogenheiten informieren. Treffen Sie ungeplant auf Menschen anderer Nationalität, zeigen Sie sich wissbegierig und bitten Sie um Entschuldigung und Berichtigung, falls Sie in ein Fettnäpfchen treten. Fast jeder erzählt gern über seine Heimat und nimmt bescheidenen, interessierten Menschen mögliche Fehlgriffe weniger übel.

Beachten Sie geschlechtsspezifische Gesprächsstile 

Missverständnisse zwischen Männern und Frauen sind Gegenstand zahlreicher Ratgeber-Bücher. Auch wenn Sie von Klischees wenig halten, gibt es tatsächlich Unterschiede im Gesprächsstil der Geschlechter. Wenn Sie diese beachten, können Sie einige Missverständnisse mit Fremden vermeiden.

Während Frauen in einem Gespräch nach Bestätigung suchen und mit ihrem Gegenüber kooperieren möchten, betrachten Männer eine Unterhaltung nicht selten als Wettbewerb, in dem sie sich behaupten wollen. Dementsprechend neigt das weibliche Geschlecht eher zum Understatement und das männliche zur Angeberei. Frauen geht es bei der Kommunikation um Meinungsbildung und die Pflege der Beziehung zum Gegenüber. Männer dagegen wollen Informationen sammeln und Entscheidungen treffen.

Frauen fällt Small Talk meistens leichter, weil sie generell mehr reden. Sie sprechen an einem Tag fast doppelt so viele Wörter wie Männer. Sie reden vor allem gern im privaten Bereich und wundern sich, dass ihr Partner dort vorzugsweise schweigt. Doch Männer sind nicht überall so wortkarg wie zu Hause. Sie sprechen nur lieber im Berufsleben und allgemein in der Öffentlichkeit.

Auch bei den Gesprächsthemen unterscheiden sich die Geschlechter. Sprechen Sie mit Frauen über Freunde, Partner, Kollegen und Kinder oder Gesundheitsthemen. Sie sind vor allem an Menschen interessiert. Versuchen Sie nicht, Frauen zu belehren oder ihnen einen Vortrag über technische Details zu halten. Gute Themen für eine Konversation mit männlichen Gesprächspartnern sind Arbeit/Beruf, Hobbys und Sport. Wenn Sie als Frau danach fragen, sind Sie vielleicht überrascht, wie redefreudig der wortkarge Mann doch sein kann.

Eine gute Gelegenheit: Wie Sie Wartezeiten nutzen

Sie warten auf den Bus, den Arzt, auf Eintrittskarten oder die Bearbeitung Ihres Antrages: Im Laufe Ihres Lebens verbringen Sie mehrere Jahre mit dem Warten auf irgendetwas. Viele vertreiben sich die Zeit mit Lesen oder dem Beobachten von anderen Menschen, scheuen sich aber vor der Unterhaltung mit ebenfalls Wartenden. Dabei bietet sich eine lockere Unterhaltung mit den Leidensgenossen geradezu an.

Wenn Sie zum Beispiel beim Reisen an Bahnhöfen oder Flughäfen warten müssen, sprechen Sie doch Ihren Sitznachbarn einfach einmal an. Als Gesprächseinstieg eignen sich die folgenden Themen:

  • Zielort
  • Anlass der Reise
  • Erfahrungen mit Verspätungen oder der Reiseroute

Stehen Sie an einer Kasse an, zum Beispiel im Bioladen oder beim Ticketverkauf, können Sie den vor oder hinter Ihnen Stehenden nach seiner Meinung oder einer Empfehlung fragen. Haben Sie schon einmal ein Konzert der Band gesehen? Welche Sorte der Marmelade schmeckt Ihnen am besten? Kennen Sie einen guten Bäcker in der Nähe?

In Wartezimmern beim Arzt oder bei Behörden herrscht meistens eisiges Schweigen. Die Menschen sind an diesen Orten angespannt und nicht gerade bester Laune. Trotzdem können Sie auch hier mit Fingerspitzengefühl Small Talk betreiben. Vermeiden Sie unangenehme Themen wie Krankheiten. Sprechen Sie lieber positiv über die Arztpraxis, zum Beispiel die freundlichen Arzthelfer oder die kompetente Behandlung des Arztes. Sie können auch fragen, wann derjenige bestellt ist und wie lange er schon wartet. Ein beliebtes und unverfängliches Thema ist ebenfalls das Wetter.

Sie können also fast überall und mit jedem ein lockeres Gespräch führen. Wenn Sie kulturelle oder geschlechtsspezifische Unterschiede beachten und viele Gelegenheiten nutzen, können Sie Wartezeiten überbrücken und Ihre Small-Talk-Fähigkeiten trainieren.