Vom Händedruck bis zur Sitzposition: Wer beruflich erfolgreich sein möchte, muss von Anfang an einen starken Eindruck bei seinem Gegenüber hinterlassen. Dabei entscheiden mitunter kleine Gesten über Sympathie und Dominanz. Einfache Tipps, wie Sie Selbstbewusstsein ausstrahlen, erhalten Sie im nachfolgenden Beitrag.

Die Selbstwahrnehmung bestimmt die Fremdwahrnehmung

Wie es das Wort bereits in seinen Bestandteilen ausdrückt, resultiert Selbstbewusstsein aus der eigenen Wahrnehmung. So, wie Sie sich selbst sehen, werden Sie sich auch verhalten. Das wiederum beeinflusst, wie Sie andere wahrnehmen. Im Berufsleben geht es häufig darum, Authentizität, Vertrauenswürdigkeit, Stärke und Dominanz zu zeigen. Dafür ist es notwendig, dass Sie das entsprechende Verhalten an den Tag legen.

Der erste Eindruck: der Händedruck

 Genau wie in anderen westlichen Ländern gehört in Deutschland das Händeschütteln zur Begrüßung dazu – im privaten wie im beruflichen Bereich. Bewusst oder unbewusst kommt dieser ersten Berührung eine große Bedeutung zu. Mit Ihrem Händedruck geben Sie bereits viel von Ihrer eigenen Persönlichkeit preis. Je nachdem, ob Sie ein eher extrovertierter oder introvertierter Typ sind, werden Sie fester oder schwächer zugreifen. Gleichzeitig zeigen Sie beim Händeschütteln, wie Sie der anderen Person gegenüber eingestellt sind. Ist Ihnen Ihr Gegenüber unsympathisch oder nicht geheuer, wird der Händedruck eher kurz und distanziert ausfallen. Mitunter ist es besser, auf diese Geste zu warten, als jemandem vorschnell die Hand entgegenzustrecken, zum Beispiel wenn Sie jemandem überraschend begegnen. Ist derjenige in Eile, signalisiert er das wahrscheinlich mit einem kurzen Kopfnicken als Begrüßung. Ist das Zusammentreffen geplant und willkommen, erfolgt das Ausstrecken der Hände gleichzeitig.

Sicherlich ist Ihnen die ein oder andere Art des Händedrucks bei anderen schon einmal unangenehm aufgefallen. Vermeiden Sie deshalb besser, die Hand Ihres Gegenübers

  • zu stark zusammenzupressen. Das wirkt nicht dominant, sondern aggressiv und übertrieben.
  • zu lasch anzufassen. Der andere könnte das als mangelndes Selbstbewusstsein, fehlendes Engagement oder sogar Arroganz interpretieren.
  • zu lange zu schütteln. Damit maßen Sie sich an, Ihr Gegenüber länger aufzuhalten, als dieser es vielleicht möchte.

Wie Sie Dominanz zeigen

 Wenn Sie Ihrem Gesprächspartner ebenbürtig und respektvoll gegenübertreten möchten, erfolgt der Händedruck in der Mitte der beiden Parteien. Der Druck, den jeder ausübt, ist etwa gleich und die Handflächen sind aufrecht.

Bei wichtigen Verhandlungen oder in der Öffentlichkeit ist es mitunter wichtig, gleich zu Beginn Stärke und Dominanz zu zeigen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Händedruck zu variieren. Drehen Sie zum Beispiel leicht Ihre Hand, sodass sie sich oben befindet und Ihre Handfläche nach unten zeigt. Sie werden sich automatisch dominanter fühlen und Ihr Gegenüber passiver. Bereits eine leichte Drehung der Hand zeigt, wer das Sagen hat. Wenn Sie es mit erfolgreichen Geschäftsleuten zu tun haben, sind diese sich ebenfalls dieser einfachen Mittel bewusst und versuchen, Sie womöglich in die unterwürfige Handposition zu zwingen. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie Ihre linke Hand auf die Hand Ihres Gegenübers legen und die Drehung seiner Hand sanft korrigieren.

Diese doppelhändige Begrüßung nutzen Politiker gern, um in der Öffentlichkeit eine partnerschaftliche Beziehung und Verbundenheit zu demonstrieren. Gleichzeitig zeigen sie die Kontrolle über ihren Gesprächspartner. Wenden Sie diese Geste bei einer Person an, die einen höheren Status hat als Sie, wird derjenige dies allerdings als unpassende Anmaßung empfinden.

Möchten Sie Ihre Macht unmissverständlich demonstrieren, können Sie Ihr Gegenüber beim Handschlag in Ihren persönlichen Bereich ziehen beziehungsweise durch einen weit ausgestreckten Arm und eine Vorwärtsbewegung in seinen Raum eindringen. Mit beiden Varianten dominieren Sie das Geschehen. Ist der Händedruck als symbolische Geste für die Öffentlichkeit gedacht, wirkt die aus Sicht des Publikums (oder der Kameras) links stehende Person dominanter, da beim Handschlag ihre rechte Hand in oberer Position zu sehen ist, während die Hand des rechts Stehenden verdeckt ist.

Berührungen bei geschäftlichen Kontakten

 Generell können Sie durch Berührungen die Botschaft des Gesagten verstärken. Das gilt auch bei geschäftlichen Kontakten. Möchten Sie die Zustimmung einer anderen Person erlangen, berühren Sie beim Sprechen die Hand, den Arm oder die Schulter Ihres Gegenübers. Berühren Sie allerdings eine Person, die Sie nicht näher kennen, nicht länger als drei Sekunden. Sonst wird sich derjenige garantiert unwohl fühlen. Berührungen sind ebenfalls eine Art, Macht zu demonstrieren, da diese Geste nur einer in der Hierarchie hochrangigen Person zusteht. Unangebracht sind Berührungen unter Arbeitskollegen, da dies schnell zu Missverständnissen führen kann.

Nehmen Sie die richtige Sitzposition ein

 Bei Mitarbeitergesprächen oder Verhandlungen mit Geschäftspartnern ist es wichtig, wie Sie im Verhältnis zu Ihrem Gesprächspartner sitzen. Möchten Sie eine schnelle Entscheidung herbeiführen, sitzen Sie sich am besten direkt von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Geht es Ihnen darum, eine entspannte Gesprächsatmosphäre und Vertrauen aufzubauen, setzen Sie sich lieber im rechten Winkel zueinander. Je mehr Sie nebeneinander sitzen, desto vertraulicher wird die Kommunikation.

Möchten Sie Ihre Autorität unterstreichen, wählen Sie einen Stuhl mit hoher Rückenlehne und Armlehnen, der etwas höher eingestellt ist als der Ihres Gesprächspartners. Rollen am Stuhl sorgen zudem für einen größeren Aktionsradius und Beweglichkeit im Sitzen.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihr Selbstbewusstsein durch Körpersprache ausdrücken können. Wenn Sie Ihren Händedruck und Berührungen richtig einsetzen, zeigen Sie auch nach außen, dass Sie die Situation „in der Hand“ haben.